Ein Brief an mein jüngeres Ich

28. April 2026

Lange Zeit habe ich nur Teile von mir gezeigt. Heute möchte ich etwas Persönlicheres teilen.

Dies ist ein Brief an mein jüngeres Ich – und vielleicht findest du darin auch etwas von deiner eigenen Geschichte wieder.

Hey, du in meiner Vergangenheit.

Das würde ich meinem jüngeren Ich sagen. Dinge, die ich mir damals gewünscht hätte zu verstehen. Dinge, die ich hätte früher leben können.

Du warst mutig.

Schon als Teenager hast du begonnen, deinen eigenen Weg zu gehen – nach deinem eigenen inneren Gefühl, nach deiner eigenen Wahrheit. Dein Mut hat dir den Weg gezeigt. Er hat dich an Orte geführt, von denen du früher nur geträumt hast – Orte, die du Zuhause genannt hast. Du hast Fremde getroffen, aus denen Familie wurde.

Deine Unabhängigkeit war dein Antrieb.

Du hast gelernt, dich tief um andere zu kümmern, ihr Wohl wichtig zu nehmen. Und doch hast du dich dabei selbst verloren, als du begonnen hast, dich für das Glück eines anderen verantwortlich zu fühlen. Ich weiß, dieses Muster kommt aus deiner Kindheit.

Und ich bin so dankbar, dass du es erkannt und durchbrochen hast.

Auf deinem Weg durch verschiedene Länder, Orte und Lebensphasen hast du begonnen, etwas sehr Leises wahrzunehmen.

Dein Inneres hat angefangen zu sprechen.

Die Weisheit deiner Seele war immer da – sanft, wie der Wind, der dich begleitet, auch wenn du ihn nicht immer bewusst wahrnimmst.

Und irgendwann bist du still geworden genug, um zuzuhören.

Das erfordert Stärke.

Es erfordert auch Geduld, ruhig zu bleiben, während die Welt um dich herum dich beurteilt – für das, was du warst und für das, was du heute bist. Lass sie reden. Du bleibst bei dir.

Ich wünsche dir eines: Vertrauen.

Vertrauen in dich selbst. Vertrauen in den Moment, in dem du gerade bist. Und Vertrauen in das, was noch kommt.

Dein Licht erlischt nicht.

Manchmal verändert es sich. Manchmal überrascht es dich. Manchmal zeigt es dir Seiten, die du selbst noch nicht kennst.

Bleib neugierig auf all diese Facetten in dir.

Und vergiss nie:

Du hältst den Schalter in der Hand.

Niemand sonst.

Nur du.

In Liebe,
dein älteres, weiseres Ich

Wenn dich das berührt hat

Viele von uns verbringen Jahre damit, jemand zu werden, den andere in uns sehen wollten – bevor wir uns wieder daran erinnern, wer wir eigentlich sind.

Wenn dich dieser Brief berührt hat, dann frag dich vielleicht:

Was würde ich meinem jüngeren Ich heute sagen?

Und noch wichtiger:

Was braucht mein heutiges Ich gerade wirklich?

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